Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Konsiliarlabor für Pest zur Pestepidemie in Madagaskar: Risiko für Import nach Deutschland nicht auszuschließen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet aktuell über ein gehäuftes Auftreten von Pest in Madagaskar mit bislang 449 Fällen seit dem 23. August 2017, darunter 322 Fälle von Lungenpest.

Betroffen sind insbesondere urbane Regionen, z.B. die Hauptstadt Antananarivo, wo 239 der 449 bislang berichteten Fälle auftraten. In den letzten Tagen kam es zudem zu einem Import der Lungenpest auf die Seychellen durch eine Person, die während der Inkubationszeit per Flugzeug von Madagaskar eingereist war. Zwei Kontaktpersonen auf den Seychellen sind möglicherweise ebenfalls erkrankt. Der Flugverkehr zwischen Madagaskar und den Seychellen wurde daraufhin eingestellt, sämtliche Kontaktpersonen des Indexfalles stehen unter Überwachung. Laut dem Leiter des deutschen Konsiliarlabors für Pest am IMB, PD Dr. Holger Scholz, kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Flugreisende aus Madagaskar ein unerkannter Import der Pest auch nach Europa erfolgen kann. Die Gefahr liegt in der hohen Kontagiosität und der hohen Letalität der Lungenpest. Beim Import eines Falles nach Deutschland wären umfassende seuchenprophylaktische Maßnahmen erforderlich. Nähere Informationen zur Entwicklung der Pestepidemie in Madagaskar finden Sie auf der Seite des Konsiliarlabors für Pest.